Szenarien

Es werden drei fallbasierte Anwendungsszenarien von Gesundheits-Avataren konzeptionell entwickelt und ausgearbeitet. Zunächst geht es darum, eine Vorstellung davon zu entwickeln, zu welchem Zweck Gesundheits-Avatare optimal eingesetzt werden können. Wir werden hierbei von konkreten NutzerInnengruppen ausgehen und diese anhand spezifischer Krankheitsbilder oder Risikolagen in drei Szenarien entwickeln:

Szenario G (Gerontologie und Geriatrie)

In diesem Szenario werden wir mögliche Anwendungen von Gesundheits-Avataren in der (häuslichen) Betreuung älterer, pflegebedürftiger Menschen mit einem regelmäßig notwendigen medizinischen Monitoring entwickeln. Infrage kommen hierfür beispielhaft PatientInnen mit kreislaufstabilisierender oder stoffwelchselregulierender Medikation (Bluthochdruck, Diabetes etc.). Nutzen und Bedarf können hier mit einer besser dosierten, genauer evaluierten und regelmäßiger durchgeführten Medikation in Verbindung gebracht werden. Die gerontologischen PatientInnen der Zukunft werden „Digital Natives“ sein, d.h. sie wachsen in der digitalen Welt auf und werden sich an digitale Gesundheitstechnologien gewöhnt haben, lange bevor sie pflegebedürftig sind.

Szenario R (Reha)

In diesem Szenario werden wir die Anwendung von Gesundheits-Avataren in einem Rehabilitationsprozess, beispielhaft nach einer schweren Operation entwickeln. Infrage kommen hierfür beispielsweise Herzinfarkt- oder SchlaganfallpatientInnen. Profitieren können PatientInnen in diesem Szenario insbesondere von der Rehabilitation in gewohnten Umfeld und der Betreuung über stationäre Aufenthalte hinaus.

Szenario V (Vorsorge)

In diesem Szenario werden wir die Anwendung von Gesundheits-Avataren in der Vorsorge oder Familienanamnese erörtern. Insbesondere kann damit der Nutzen zur Unterstützung präventivmedizinischer Maßnahmen ausgelotet werden. Mit einer stärkeren Nachfrage für dieses Anwendungsszenario kann hier für Personen aus Familien mit erhöhten Risikolagen gerechnet werden.

 

Bei der Auswahl und Charakterisierung ins Auge gefasster AnwenderInnen werden medizinische ExpertInnen konsultiert. Die Perspektive von behandelnden ÄrztInnen wird ebenso einbezogen werden, wie jene von PatientInnen, PatientInnenvertretungen und IT-Fachleuten. Auf dieser Grundlage können kurze Handlungssequenzen skizziert werden, anhand derer sich die Funktionsweise von Gesundheits-Avataren darstellen lässt.